Fallschirmseide

(3 Kundenrezensionen)

24.00 inkl. MwSt.

Autor*innen: Michael Melville
Erscheinungsdatum: 02.10.2025
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-99138-119-8

Artikelnummer: 9783991381198 Kategorie:
Beschreibung

Desillusioniert von den Greueltaten der Wehrmacht desertiert Franz Weber, ein junger Tiroler Leutnant, im September 1944 an der Südfront in Italien. Er kommt in Kriegsgefangenschaft, in ein Lager der Alliierten bei Neapel. In der Folge rekrutiert das US-Office of Strategic Services, OSS, Weber für einen Spionage-Einsatz in Tirol, bei dem er seine amerikanischen Kollegen Fred Mayer und Hans Wijnberg, beide Emigranten, in seinem Heimatdorf bei Innsbruck, einquartieren und Kontakte mit dem Tiroler Widerstand für sie herstellen soll. Ende Februar 1945 gelingt es dem Agententrio, über den Stubaier Alpen abzuspringen und, nach
Überwindung immenser Probleme im tiefverschneiten Hochgebirge, sich bis nach Oberperfuß durchzuschlagen. Dort finden sie bei Freunden Webers in Dachböden Unterschlupf. Zwei Schwestern Webers, Grete und Eva, quartieren Mayer schließlich in ihrer Innsbrucker Wohnung ein, wo er auch andere Mitglieder des lokalen Widerstands kennenlernt. In einer deutschen
Leutnantsuniform glückt es Mayer, wichtige Informationen über den Bahnverkehr, den Nachschub der Wehrmacht über Innsbruck nach Italien zu sammeln und mit Hilfe seines Funkers Wijnberg ins Hauptquartier des OSS nach Bari zu senden.

Rezensionen (3)

3 Rezensionen für Fallschirmseide

  1. Frances Knight

    Es heißt, und wieder einmal zeigt sich, dass dies stimmt, dass das Leben die spannendsten Geschichten schreibt. Mit seinem Roman „Fallschirmseide“ macht Michael Melville nichts anderes, als so eine vom Leben geschriebene Geschichte zu Papier zu bringen. Und dies auf eine höchst spannende Weise. Denn er schildert nicht nur die letzten Monate der Hitlerdiktatur und die verschiedenen Haltungen ihrer Schergen dem nahen Untergang gegenüber, ob es jetzt Fanatiker, Mitläufer, Feiglinge oder Opportunisten sind. Fast wie ein Chronist, denn er nennt alle Akteure mit ihrem Namen. Doch es sind die Männer und Frauen aus der Zivilbevölkerung und drei Soldaten, ein aus Tirol stammender Deserteur, sowie zwei US-Soldaten, die im Mittelpunkt der Handlung stehen. Die drei, mit Fallschirmen über den Ötztaler Alpen abgesprungen, haben die Aufgabe, den Nachschub der Wehrmacht auszuspionieren und darüber die anrückenden US-Truppen zu informieren. Sie unterstützen, weit über ihren Auftrag hinausgehend, die in Tirol aktive
    Widerstandsbewegung, und erreichen tatsächlich, dass Innsbruck kampflos übergeben wird.
    Wie ein Chronist beschreibt Melville die dramatischen Ereignisse der letzten Kriegswochen, mit genauen Datumsangaben und den Namen der handelnden Personen, gleichzeitig gelingt es ihm, sie, vor allem die Frauen, sichtbar zu machen, mit ihren Zweifeln und Ängsten vor Gefangennahme, Folter und Hinrichtung, aber auch ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihre Risikobereitschaft. Ohne sie hätten die Männer ihre Aufgabe nie erfüllen können.
    Melville ist da ein wichtiges Buch gelungen, weniger ein Roman als vielmehr eine Chronik der Ereignisse, genau und sorgfältig recherchiert, gleichzeitig aber spannend und packend geschrieben. Mir als in Innsbruck Geborenem ist es leichtgefallen, die Wege der drei Agenten mit Interesse nachzuvollziehen. Sollten weitere Auflagen angedacht werden, was ich dem Buch von Herzen wünsche, empfehle ich jedoch, dem Roman eine genaue Karte der Region beizufügen, was ihre große Leistung nachvollzieh- und sichtbar machen würde.
    Peter Lindenthal

  2. Michael Bernhard AMERSTORFER (Verifizierter Käufer)

    Zeitgeschichte aus Oberperfuss in Romanform

    Mit einem Hauch von Romantik führt Melville durch eine Zeit der sozialen Härte, Entbehrungen, Angst und offener Zukunft. Die letzten Tage des Nazi-Regiments auf lokalen Ebenen zwischen einem Dorf wie Oberperfuss, der Stadt Innsbruck, aber auch einem Blick auf die Kriegswirtschaft in Kematen… Nicht nur für einen heimischen Leser sind die Erzählungen des Tagesablaufs, wie eine Straßenbahnfahrt in Innsbruck oder den zahlreichen Wanderungen sowie die politische Situation rund um den Widerstand in Tirol überaus spannend.

    ‚Mit einem ruhigen, stellenweise poetischen Ton zeichnet Melville ein eindringliches Bild von Angst, Entbehrung und Hoffnung in den letzten Tagen des Krieges.‘

    Georg Herrmann, 21. 1. 2026, MeinBezirk-Tirol

    ‚Das Buch habe ich sofort gelesen, bzw. gefressen. Die Rasanz, die die Geschichte vorwärtstreibt, macht ja fast schwindelig.‘

    ‚Ansonsten habe ich wirklich atemlos den Roman gelesen, der glücklicherweise Schwülstigkeit, aber auch Sentimentalität keinen Raum bietet.‘

    Margarete Binder, Wien

    ‚Es ist eine Geschichte, die fesselt und in der man immer weiterlesen möchte. Bis zum Schluss bleibt man neugierig. Auch die sorgfältige Genauigkeit der Ortsbeschreibungen verleihen der Geschichte Glaubwürdigkeit und Struktur.‘

    Christine Specht, Bogota

  3. Helmut Schiestl (Verifizierter Käufer)

    Helmut Schiestl bespricht Michael Melville: Fallschirmseide. Roman. Drava Verlag. Klagenfurt, 2025

    Der schon längere Zeit in Großbritannien lebende Innsbrucker Schriftsteller Michael Melville hat kürzlich im Drava Verlag einen Roman über die Operation Greenup geschrieben, in der es dem von der deutschen Wehrmacht desertierte Franz Weber zusammen mit dem aus Freiburg im Breisgau geflohenen Fred Mayer und dem Niederländer Hans Wijnberg gelang, von Oberperfuß aus eine Widerstandsgruppe aufzubauen, mit der NS-Herrschaft eine Kapitulation auszuhandeln und damit in den letzten Kriegstagen 1945 Innsbruck vor einer gewaltsamen militärischen Eroberung zu bewahren.
    Dem Autor gelingt es, diese Geschichte sehr spannend zu erzählen und auch das Flair der Orte, in die der Roman spielt und die man als Innsbrucker ja alle kennt, widerzugeben. Ein brisantes Thema der Tiroler Zeitgeschichte, das ja erst seit einigen Jahren durch das wichtige Buch des Zeitgeschichtlers Peter Pirker Codename Brooklyn bekannt geworden ist.
    So gelingt es Weber, seine beiden Kollegen Mayer und Winbergen nach einem waghalsigen Landemanöver in den Sellrainer Gletschern in seinem Heimatort Oberperfuß in einem Bauernhof einzuquartieren und so Kontakt mit dem Widerstand in Tirol aufzunehmen. Auch die Verlobte Webers und deren Mutter trugen durch ihr Mitwirken einen nicht unerheblichen Anteil am Gelingen der Operation bei. Spannend beschreibt der Autor diese Ereignisse, klar und ohne viel Ausschmückung, so dass man sie auch als Nachgeborener noch gut nachvollziehen kann.
    Fast ein wenig zu amikal ist mir dann die Festnahme von Gauleiter Hofer und die Verhandlungen mit seinem Kumpanen Primbs, gegen Ende des Buches erschienen. Aber vielleicht hat man da ja als Leser auch nur Vorurteile, und die beiden Nazigrößen waren natürlich nur mehr daran interessiert, ihre Haut zu retten, da sie ja eingesehen hatten, dass es aus und vorbei war mit dem Nationalsozialismus. Und viel ist etwa Gauleiter Hofer nach dem Krieg dann ja auch nicht passiert. Er flüchtete bei Kriegsende zuerst unter falschem Namen, und betrieb dann in Deutschland ein Unternehmen.
    Beeindruckend auch die Schilderungen des Alltags in Innsbruck und seiner Umgebung in den letzten Kriegstagen. Da merkt man schon sehr viel Recherchearbeit des Autors, etwa ein Nachverfolgen der Wetterberichte in den damaligen Zeitungen, ob der Winter streng war, ob es im April noch Schneefall gab, wie man dem Buch entnehmen kann. Und die Protagonisten und vor allem auch die Protagonistinnen, die ja in der ganzen Aktion auch eine wichtige Rolle spielten in den Vorbereitungen derselben, Quartiere beschaffen, Botschaften und Informationen weitertragen usw., sind alle in ihrer persönlichen Vielschichtigkeit geschildert, wie sie zu denen wurden, die sie dann waren und handeln konnten. Vor allem Fred Mayer, der auch unter der Folter niemanden verrät. Was sicher nicht jedem so gelungen ist, wie man dann später ja auch an seinen Kollegen sieht. Kurzum: ein spannendes Buch über eine große und vieles verändernde Zeit in Tirol wo dann gleich mal aus vielen Tätern auch nur Mitläufer oder von allem nichts gewusst Habende geworden waren.

    Michael Melville: Fallschirmseide. Roman. Drava Verlag. Klagenfurt, 2025. 234. S. 24 €

    Diese von mir verfasste Rezension ist am vergangenen Dienstag, den 12. Mai 2026 im schoepfblog.at erschienen. https://schoepfblog.at/

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Michael Melville: Fallschirmseide

Es heißt, und wieder einmal zeigt sich, dass dies stimmt, dass das Leben die spannendsten Geschichten schreibt. Mit seinem Roman „Fallschirmseide“ macht Michael Melville nichts anderes, als so eine vom Leben geschriebene Geschichte zu Papier zu bringen. Und dies auf eine höchst spannende Weise. Denn er schildert nicht nur die letzten Monate der Hitlerdiktatur und die verschiedenen Haltungen ihrer Schergen dem nahen Untergang gegenüber, ob es jetzt Fanatiker, Mitläufer, Feiglinge oder Opportunisten sind. Fast wie ein Chronist, denn er nennt alle Akteure mit ihrem Namen. Doch es sind die Männer und Frauen aus der Zivilbevölkerung und drei Soldaten, ein aus Tirol stammender Deserteur, sowie zwei US-Soldaten, die im Mittelpunkt der Handlung stehen. Die drei, mit Fallschirmen über den Ötztaler Alpen abgesprungen, haben die Aufgabe, den Nachschub der Wehrmacht auszuspionieren und darüber die anrückenden US-Truppen zu informieren. Sie unterstützen, weit über ihren Auftrag hinausgehend, die in Tirol aktive

Widerstandsbewegung, und erreichen tatsächlich, dass Innsbruck kampflos übergeben wird.

Wie ein Chronist beschreibt Melville die dramatischen Ereignisse der letzten Kriegswochen, mit genauen Datumsangaben und den Namen der handelnden Personen, gleichzeitig gelingt es ihm, sie, vor allem die Frauen, sichtbar zu machen, mit ihren Zweifeln und Ängsten vor Gefangennahme, Folter und Hinrichtung, aber auch ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihre Risikobereitschaft. Ohne sie hätten die Männer ihre Aufgabe nie erfüllen können.

Melville ist da ein wichtiges Buch gelungen, weniger ein Roman als vielmehr eine Chronik der Ereignisse, genau und sorgfältig recherchiert, gleichzeitig aber spannend und packend geschrieben. Mir als in Innsbruck Geborenem ist es leichtgefallen, die Wege der drei Agenten mit Interesse nachzuvollziehen. Sollten weitere Auflagen angedacht werden, was ich dem Buch von Herzen wünsche, empfehle ich jedoch, dem Roman eine genaue Karte der Region beizufügen, was ihre große Leistung nachvollzieh- und sichtbar machen würde.

Peter Lindenthal

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